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Neue Untersuchung zu Schreikindern: Hilft Akupunktur gegen Koliken?

Wenn ein Baby mehr als 3 Stunden pro Tag schreit, und das an 3 Tagen pro Woche und mehr, kann das für die Eltern zur Belastungsprobe werden, vor allem, wenn das Kind körperlich gesund ist und es für das Schreien keine auf den ersten Blick sichtbare Ursache gibt. Dabei sind Eltern mit diesem Problem nicht alleine: Zwischen 10 und 20 % der Säuglinge neigen zu übermäßigem Schreien, obwohl körperlich keine Ursache dafür gefunden werden kann. Häufig werden Koliken, beispielsweise durch eine Kuhmilchunverträglichkeit oder Blähungen, als Ursache für die Schmerzen und damit das anhaltende Schreien angenommen. Doch welche Möglichkeiten haben Eltern, um ihren Kindern durch diese schwierige Zeit zu helfen?

 

Kajsa Landgren und Inger Hallström haben sich mit dieser Frage beschäftigt und sind zu einem überraschenden Ergebnis gekommen. In einer multizentrischen, randomisierten Studie wurden 147 Säuglinge, die unter Koliken litten, zufällig auf zwei Akupunkturgruppen und eine Kontrollgruppe verteilt. Gruppe 1 erhielt Minimalakupunktur über LI4 (Dickdarm 4), wobei die Nadel 3 mm tief eingestochen und nur für maximal 5 Sekunden im Gewebe belassen wurde. Gruppe 2 erhielt Akupunktur mit bis zu 5 Nadeln an den Punkten Sifeng, LI4 (Dickdarm 4) und ST36 (Magen 36), die bis zu 30 Sekunden im Gewebe belassen und zusätzlich leicht stimuliert wurden. Die dritte Gruppe erhielt keine Akupunktur, war aber wie die Gruppen 1 und 2 alleine mit der Akupunkteurin im Untersuchungsraum. Auf diese Weise sollte ausgeschlossen werden, dass die Eltern erfahren, in welcher Gruppe sich die Säuglinge befanden. Alle Säuglinge wurden gleichermaßen vor der Behandlung bis zu 30 Minuten von einer Krankenschwester beruhigt. Die Behandlung selbst wurde über 2 Wochen zweimal pro Woche durchgeführt.

 

Zuhause führten die Eltern ein Tagebuch, in dem sie genau die Schreizeiten ihres Babys festhielten. Nach zwei Wochen schrien in der Behandlungsgruppe nur noch 37,8 % der Säuglinge für mindestens 3 Stunden am Tag an mindestens 3 Tagen pro Woche, während es in der Kontrollgruppe noch 64,6 % waren. 62,2 % der Säuglinge aus der Behandlungsgruppe und 35,4 % der Säuglinge aus der Kontrollgruppe zählten damit nicht mehr zu den Schreikindern.

 

Landgren und Hallström kommen daher zu dem Schluss, dass Akupunktur einen positiven Einfluss auf übermäßiges Schreien bei Babys mit Koliken haben kann. Dabei ertrugen die Kinder das Stechen der Akupunkturnadeln meist ohne Schreien (nur in 8 % der Behandlungen weinten die Säuglinge länger als eine Minute), und es wurden keine Nebenwirkungen beobachtet. Allerdings sind laut den Autoren weitere Untersuchungen nötig, um die ideale Platzierung der Nadeln, Stimulation und das optimale Behandlungsintervall zu finden.

 

Als erste Maßnahme empfehlen Landgren und Hallström allerdings, Kuhmilch aus dem Speiseplan von Schreikindern zu streichen. Diese Maßnahme hatte sich in 63 % der Fälle als wirksam erwiesen.

 

Kajsa Landgren, Inger Hallström (2017) Effect of minimal acupuncture for infantile colic: a multicentre, three-armed, single-blind, randomised controlled trial (ACU-COL). Acupunct Med doi:10.1136/acupmed-2016-011208. Published online ahead of print.

 

Veröffentlicht: 16.01.2017

 

Abstract
http://aim.bmj.com/content/early/2017/01/03/acupmed-2016-011208.abstract

 

Presseartikel

In Englisch: 

http://www.bbc.com/news/health-38641929

 

In Deutsch: 

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/72552/Schreikinder-Akupunktur-hilft-bei-infantiler-Kolik

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